TV-Quote spiegelt nicht mehr die Realität wieder sagen US-Medien-Execs

TV-Quote spiegelt nicht mehr die Realität wieder sagen US-Medien-Execs
Jeremy Sisto in “Wicked City,” which ABC has canceled.

TV-Quote spiegelt nicht mehr die Realität wieder sagen US-Medien-Execs und befeuern das Streitthema TV-Quote auch in Deutschland: US-Sender werden zögerlicher, Serien aus dem Programm zu kippen, in Deutschland herrscht Hysterie.

Neulich geschah etwas in einem grossen US-Sender, was fast unerhört geworden ist, in diesen Tagen: Eine Serie wurde aus dem Programm ‚gekippt‘. Einfach so!


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TV-Quote und die ‚Rookies‘

Das ABC-Drama „Wicked City“ war die erste Show der diesjährigen TV-Saison, die erst nach 9 Wochen abgesetzt wurde. Drei monatelang wurde keine einzige Serie oder eine Show abgesetzt. Senderchefs behaupten, dass das die längste Phase in der jüngeren Geschichte des Fernsehgeschäftes war, in der keine Show wegen zu geringer TV-Quoten abgesetzt wurde. Dies sei nicht der Stärke des Nachwuchses von Autoren oder Stoffentwicklern der vier grössten amerikanischen Sender zu verdanken, sondern allein der Angst, Shows generell zu schnell aus den Programmen zu entfernen. Und diese Angst herrscht in der gesamte Branche. Wenn man den Studiobossen heute zuhört, dann klingen die weniger wie eiskalte Freibeuter auf den Meeren der kommerziellen TV-Fernsehkunst, sondern eher wie gutmütige Studienräte: „Ein Schüler kann durchaus einmal eine 5 schreiben, er kann aber vielleicht dann doch noch am Ende des Jahres das Ruder herumreißen….“

„Früher haben Sie in der dritten oder vierten Woche gewusst, ob eine Show wirklich Traktion hatte“, sagte Mark Pedowitz, der Präsident der CW Television Network. „Heute weisst Du aber erst nach sieben oder acht Episoden, bevor Du eine halbwegs kluge Entscheidung treffen kannst. Und absolute Gewissheit hast du dann im Dezember und Januar, ob Du einen Fehler begangen hast oder nicht. „


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Herbst Versager: Fünf hoffnungslose Jahre. Im Herbst sind die Sender immer zuversichtlich. Doch dann kommt die Realität.


TV-Quote bedeutet wenig Reflektion des Konsumenten?

Dafür gibt es mehrere Gründe. TV-Quoten sind in der gesamten Fernsehbranche seit Jahren stagnierend und schaffen somit aber auch gleiche Wettbewerbsbedingungen: Die Serien  müssen qualitativ und inhaltlich gut sein, um überleben zu können. Zwischen ein paar Fernseh-Hits und einer Handvoll mittelmässiger Shows gibt es ein riesiges Mittelfeld, wo selbst qualitativ schlechte Serien oder Shows durchaus über Jahre hin schadlos überleben können und  – da ohne grosse Reflektion eines Zielpublikums – sie sich ‚versenden‘ lassen.

Es gibt auch wieder mehr Shows und Serien als je zuvor – mehr als 400 Produktionen werden für Broadcast-TV, Kabel-und Online-Dienste in Amerika bis Ende des Jahres 2015 erscheinen. Ein Rekord, der die Zuschauer mit Optionsmöglichkeiten überschwemmen wird. Die Senderbosse wollen dem Publikum mehr Zeit geben, eine Show finden zu können mit der sie sich identifizieren können. Ausserdem haben die Sender in den letzten Jahren immer bessere und genauere Möglichkeiten die TV-Quoten exakter auswerten zu können. Und genau da entsteht wieder die Hoffnung auf bessere Zeiten.

„Wir lassen uns einfach bei der Beurteilung einer Serie jetzt mehr Zeit..“

Glenn Geller, der neue Präsident von CBS Entertainment, sagte in einem Interview, dass „in den letzten paar Jahren, und sicherlich in diesem Jahr, werden wir den Serien einfach mehr Zeit geben müssen. Es wird also ein wenig länger dauern, um alle Daten genau zu bewerten“, sagte er. „Die TV-Quoten spiegeln einfach nicht mehr das gesamte Bild wieder. Denn jeder Zuschauer zählt individuell.“

Für die Werbewirtschaft zählt nur die Masse der Zuschauer, die sich in die ersten drei Episoden einer Show eingeschaltet hatten. Aber diese Beurteilungsweise über den Erfolg oder Misserfolg einer Show lassen die Senderchefs immer vorsichtiger werden, denn „…eine Trendwende könne man erst nach einigen Wochen – wenn überhaupt – klar erkennen,“ meint Glenn Geller weiter.

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„Blindspot,“ mit Jaime Alexander, auf NBC hatte 7.7 Millionen Zuschauer. Credit Virginia Sherwood/NBC

„Denken Sie einmal an Shows wie „Seinfeld“ oder „The Office“. Das waren Shows, die enorm erfolgreich waren aber erst ihre Zeit brauchten, um ein Publikum zu finden“, sagte Warren Littlefield, der ehemalige Präsident der NBC Entertainment.

Schrittweise Reduzieren als kündigen

Deshalb haben dieses Jahr die Sender von den sonst so üblichen Stornierungen von Serien abgesehen und gehen kaufmännischer vor und reduzieren bei niedrigen TV-Quoten einfach die Order bei den Film-Produktionen. Diese – zweifelhafte – Ehre hatte nun „Minority Report“ auf ABC und die Fox Serie, „Blood & Oil“ oder „Truth Be Told“ und „The Player.“ Es wird allgemein angenommen, dass Shows, die so einer Reduzierung zum Opfer fallen, alles andere als ‚gecancelt‘ sind und gute Chancen haben, durch diesen Aufschub ihr Publikum finden zu können.

Nur „Wicked City“ verdiente es ‚gekippt‘ zu werden. Das Drama über die Serienmörder Ed Westwick und Erika Christensen, verzeichnete schlappe 0,4 % TV-Quote in der werberelevanten Gruppe der 18 bis 49-Jährigen in der dritten Episode der letzten Woche, was bedeutet, dass nur rund 567.000 Zuschauer diesem Drama beiwohnten. Das war allerdings auch den Studienräten genug, um die Serie sofort aus dem Programm zu nehmen..

Wenn die TV-Quote hinter der Eins ankommt, gibt es null Toleranz mehr

„Wenn die TV-Quote einer Serie bei 0,4 % angekommen ist, geht die Geduld direkt aus dem Fenster“, sagte Preston Beckman, ein ehemaliger Angestellter bei Fox und NBC, der mehr als drei Jahrzehnte in der Industrie verbracht hat. Aber sobald die TV-Quote im Rahmen bleibt, bekommt eine Serie etwas mehr Spielraum. Im vergangenen Jahr, kippte ABC die Show „Manhattan Love Story“ am 24. Oktober nach nur vier Folgen, als das Serienfinale mit drei Millionen Zuschauer scheiterte. „Minority Report“ hängt in dieser Saison noch mit durchschnittlich 2,1 Millionen Zuschauer über acht Folgen, laut Nielsen, aber schon am Tropf.

Die TV-Quote beweisst nur, dass die Reichen immer reicher und die Armen etwas weniger arm werden

Allerdings gab es auch ein paar Überraschungen in der diesjährigen ‚Anfänger-Klasse‘. „Blindspot“ auf NBC, „Life in Pieces“ und „Supergirl“ auf CBS und „Quantico“ auf ABC zeigten alle eine gute TV-Quote, insbesondere bei dem zeitversetzten Fernsehen. „Dennoch beweisen die TV-Quoten aber nur, dass die Reichen immer reicher und die Armen etwas weniger arm werden“, sagte Mr Beckman, „aber man müsse einfach mehr Geduld zeigen.“

In den letzten Jahren, als die TV-Quoten zu sinken begannen haben viele der Netzwerke versucht, ihre Shows im eigenen Haus zu entwickeln und zu produzieren. Wenn ein Sender direkt an einer Serie am Erlös beteiligt war, ist es wahrscheinlicher, dass diese betreffende Serie oder Show auch eine gute Chance hat in jedem Fall zu überleben. „Packen Sie diese Shows dann noch auf einen guten Sendeplatz zu einer guten Zeit, dann findet diese Show auch eine feste Zuschauerzahl und wir bekommen alle unser Geld wieder…“, so Glenn.

Kaum Ersatzprogramme hindern die Sender, die Axt anzusetzen

Wenn Sie einen Hit haben, bekommen Sie Ihr Geld für die internationalen Rechte und für Streaming-Rechte oder Sie verkaufen an Netflix oder Amazon. Eine Show wie „Scream Queens,“ mit niedrigen TV-Quoten, aber mit festen TV-Quoten im Online-Bereich, kann sich somit gut in einer Nische entwickeln und sehr attraktiv im Streaming-Service werden. Die Sender sind auch deshalb zögerlicher geworden Shows einfach abzusetzen, weil sie nicht mehr über genügend Ersatzprogramme vefügen auf die sie notfalls zurückgreifen können. Es ist nicht so viel da.

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„Scream Queens,“ auf Fox, Credit Patti Perret/Fox

„Tatsache ist, dass das Absetzen einer Show sehr teuer wird“, sagte Littlefield. „Oft ist es so, dass wenn Sie eine Show kippen, läuft das nächste, was Sie als Ersatz ins Programm hieven, noch viel schlechter.“

Mr. Geller sagte, „Früher wussten Sie, was genau Sie ab der 3.Woche zu tun hatten. Heute ist es anders. Die Spielregeln im Sendergeschäft müssen neu überarbeitet werden. Es dauert eben nun ein wenig länger bis Sie wissen, wo der Boden ist.“

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