Hollywood: Ein Drehbuchklau. Hollywood zieht Notbremse und setzt endlich auf ‚Digital Security‘


Hollywood – Noch vor 5 Jahren war es für Hollywood relativ einfach, Filmprojekte geheim zu halten.
(Quelle: New York Times, März 2015)

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Hollywood’s erfolgreiche Filmproduzenten wie Steve Kerner von A.I.E. mussten nach Drehende nur die produktionseigenen Laptops und Smartphones vom Drehstab wieder einsammeln. Aber heute verfügen 94% des Drehstabes über eigene, private Smartphones und empfangen und speichern Produktionsemails, Drehbücher etc, über Cloud Funktionen ungesichert im Netz. „Und es ist enorm schwierig geworden, hier Diskretion zu gewährleisten, besonders wenn ein Teammitglied nun mal nicht mitmacht“, beklagt Kerner, der für Steven Spielberg als Line Producer viele Projekte leitete.

Nach einem besonders schweren Hackerangriff auf die Sony Pictures Produktion „Das Interview“ letztes Jahr und die damit in Verbindung stehende Terminierung der Premiere und Entlassungen bei der Produktionsfirma und seit Quentin Tarantino’s Drehbuchverlust, haben grosse Hollywoodproduktionen letztendlich eingesehen – wie viele andere Industriezweige schon lange vor Hollywood auch – das sogenannte Call sheets, Drehpläne und andere sensible Daten enthaltenden Dokumente besser geschützen werden müssen.

Sowohl Hollywood, als auch europäische Filmproduktions Gesellschaften haben nun damit begonnen, Angebote von Firmen wie MyCall, WatchDox, IntraLinks and Varonis zu nutzen, die unterschiedliche Alternativen anbieten, um Teammitgliedern sensible Daten einer bevorstehenden Dreharbeit zukommen zu lassen, ohne das Gefahr besteht, dass diese Dokumente  in einem Cloudservice ungesichert gespeichert und damit unbewusst und ungewollt weiterverbreitet werden.
Drehbücher in Hollywood werden — teilweise immer noch — durch Watermarks  gekennzeichnet oder auf buntem Papier gedruckt, um das Fotokopieren zu erschweren. Beliebt war bisher auch das „Letter spacing“ oder das Verändern von Rollennamen, um somit später feststellen zu können, wer das Drehbuch unerlaubter Weise weitergereicht hat. Teilweise werden die wichtigsten und teuersten Drehbücher – in Aktentaschen fest verschlossen – von Bodyguards durch die Gegend kutschiert.

„Aber durch ganz einfache Anwendungen kann heutzutage jeder Anfänger Watermarks aus originalen Drehbuchseiten herauslöschen. Farbkopierern ist es völlig schnuppe, welche Farbe das Originalpapier hatte. „Und letztendlich gibt es immer irgendwo eine Kopie genau des Drehbuches irgendwo im Netz, das physisch gerade von zwei Bodyguards zu Mr Spielberg gebracht wird.“ erläutert Kerner weiter.

Der Produzent:“Seitdem Smartphones und Internet schneller, billiger und der Empfang immer besser wurde, sind Teammitglieder nach Drehschluss mit unseren gesamten Kreativ-Dateien, die auf ihren eigenen, privaten Handy’s gespeichert waren, einfach nach Hause gegangen. Schlimmstenfalls haben sie auch mal den Laptop oder ihr Telefon irgendwo ‚verloren’…und somit auch wichtige und sensible Daten. Das hat wiederrum dazu geführt, das einige wichtige Mails von Sony Pics bei Wikileaks gelandet sind. Es muss noch nicht einmal Nord Korea selbst gewesen sein. Ein verlorenes Smartphone eines eher unterbeschäftigten Teammitgliedes hätte da schon ausgereicht.
Und das war der Moment zum Handeln.
Als er damit begann, nach neuen Verteilungswegen dieser sensiblen Dokumenten zu suchen, entschloss er sich für MyCall.
Kerner:“Dieser Dienstanbieter gibt dem Produktionsbüro die Möglichkeit, genau die Teammitglieder auszusuchen, wer was wann und wie lange lesen und behalten und auch teilen darf. Call sheets (Dispos) Drehbücher usw. werden zwar nicht – wie bei vielen anderen, teueren und komplizierteren Anbietern wie Pixsystems oder Watchdox encryptet- müssen sie aber auch nicht, da alle Dokumente nur 24 Std auf dem Server gespeichert und dann automatisch gelöscht werden….und das ist enorm praktisch und clever.“
Nun hat sich auch Mr. Rothrock dazu entschlossen und bestätigt, dass mittlerweile ganz Hollywood Anbieter dieser Art nutzt, um Urheberrechtediebstahl zu verhindern.

Damals in 2009, fanden sich unerlaubte Kopien im Internet wieder, von einer 43-Seiten Storyline, die Mr. Peli’s für seinen nächsten Film „Area 51“ geschrieben hatte. Mr. Peli verliess sich dummerweise auf die üblichen, veralterten  Schutzmassnahmen.

Aber für sein Projekt in 2012 „Chernobyl Diaries“ benutzte er diesen Anbieter als Sicherung seiner Ideen ein.

MyCall ist optimal für TV-Produktionen, Serienformate und es ist ausserdem wesentlich einfacher zu implementieren und nutzerfreundlicher als Pixsystems und Watchdox. Aber für grosse Multimillionen Dollar Features ist Watchdox – obwohl teuerer – besser geeignet, da ich eben einem Hacker nicht 24-Stunden-Service bieten will, meine Dateien vom Server zu klauen.“

MyCall biete allerdings dafür einen kleinen Bonus mehr: „Wenn ich Jemand sage, dass das Drehbuch sich in drei Tagen in Luft auflösst, muss er es in diesem Zeitraum auch gelesen haben.“ sagt Mr Peli.